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Dort­mun­der Kon­fe­renz für Raum- und Pla­nungs­for­schung (DOKORP 2023)

13.02.-14.02.2023

Die 6. DOKORP findet voraussichtlich am 13. und 14. Februar 2023 statt.

Dortmunder Konferenz

DOKORP 2023 | 13.-14.02.2023

Die Dort­mun­der Kon­fe­renz Raum- und Pla­nungs­for­schung wird von der Fa­kul­tät Raum­pla­nung der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund ge­mein­sam mit der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Ge­mein­schaft (ARL) und dem Institut für Lan­des- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) ver­an­stal­tet.

Räumliche Planungen und Ent­wick­lungen tragen lokal und global trotz gegenteiliger Leitbilder zu ge­sell­schaft­li­chen Pro­zes­sen bei, die die Tragfähigkeit des Planeten überschreiten sowie Be­las­tungen und Chancen ungleich verteilen. „Wenn mög­lich, bitte wenden!“ meint also nicht den Hinweis Ihres Navigationssystems nach einer verpassten Abfahrt, sondern die Aufforderung, diese Rich­tung konsequent infrage zu stellen sowie Mög­lich­keiten aufzuzeigen, die notwendigerweise über marginale Richtungskorrekturen hinausgehen. Die Dort­mun­der Kon­fe­renz für Raum- und Pla­nungs­for­schung 2023 möch­te zum Sustainability Turn beitragen und lädt Sie ein, Ihren Bei­trag zu diesem Prozess vorzustellen.

Keynotes

Prof. Dr. Antje Bruns Head of Gov­er­nance and Sustainability Lab, Trier Uni­ver­sity 
Prof. Dr.-Ing. Christian Holz-Rau (seit 1998 Pro­fes­sor für Ver­kehrs­wesen und Ver­kehrs­planung an der Fa­kul­tät Raum­pla­nung der TU Dort­mund)

Trotz zunehmender Mi­gra­tion und Mo­bi­li­tät spielen das nähere Wohnumfeld bzw. die Nachbarschaft in den alltäglichen Routinen und Praktiken vieler Men­schen und sozialer Grup­pen eine wich­ti­ge – wenngleich sehr un­ter­schied­li­che – Rolle. Hier wird das Neben-, Mit- oder Gegeneinander diverser sozialer Grup­pen in alltäglichen Praktiken ver­han­delt. Lokale Netzwerke und die Orte, an denen sich diese bilden und ver­dich­ten, spielen eine zentrale Rolle für Zugehörigkeiten, soziales Zu­sam­men­le­ben und demokratische Aushandlungsprozesse – aber auch für Pro­zes­se der sozialen Ausgrenzung und Schließung. In den letzten Jah­ren sind Quartiere deshalb auch ver­stärkt in den Fokus handelnder Akteure in Politik, Planung, Wis­sen­schaft und Wirt­schaft gerückt – als Orte der sozialen In­no­va­ti­on und als La­bo­re kollaborativer Ar­beits- und Lern­pro­zes­se im Umgang mit z.B. Di­ver­si­tät, In- und Exklusion, lokaler Ökonomie, sozial-öko­lo­gi­scher Trans­for­ma­tion, oder Gemeinwohlorientierung. Im Rah­men des Sustainability Turns interessieren uns ins­be­son­de­re Praktiken kollektiver Nutzung sowie Mo­del­le für zukunfts­weisende, nach­hal­ti­ge Produktions- und Konsummuster auf Quartiersebene.

Wir wünschen uns frische Per­spek­tiven auf folgende (oder andere) The­men:

  • Welche Rolle spielen In­fra­struk­turen und öffentliche Räu­me („third places“, „micropublics“ etc.) für soziale Interaktionen?
  • Wie verändern sich Quartiere im Rah­men von Aufwertungs- und Gentrifizierungsprozessen?
  • Wie verändern kollektive Nutzungsformen (Urban Gardening, kollektive Bau- und Wohnprojekte, gemeinwohlorientierte Sozialunternehmen, Co-Working Spaces, offene Werkstätten) in­di­vi­du­elle und kollektive Praktiken in Quartieren?
  • Welche Neubewertung erfahren öffentliche Räu­me und deren Qua­li­tät für Nutzer*innen in Zeiten von Co­ro­na und danach?
  • Welche Rolle spielen Stadtteilfonds oder andere Formate der Par­ti­zi­pa­ti­on und Stadtteilproduktion für die Quartiersentwicklung?
  • Wie verändern sich Zugehörigkeiten, Interaktionen und Vernetzungen im di­gi­ta­len Zeitalter? Welche Rolle spielen di­gi­ta­le Tools wie Nachbarschaftsplattformen?
  • Mit welchen inno­va­ti­ven Me­tho­den las­sen sich soziale Begegnungen, Interaktionen, Vernetzungen, Routinen und Narrative erforschen?
  • Welche Be­deu­tung haben Formate der kollaborativen transdisziplinären Zu­sam­men­arbeit auf Quartiersebene (z.B. La­bo­re sozialer In­no­va­ti­on) für die Stadt- und Quartiersentwicklung?
  • Wird die Be­deu­tung der Quartiersebene von Wis­sen­schaft, Politik, Planung und zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Akteuren in all den oben genannten Punkten und Fra­gen nicht in­zwi­schen deutlich überschätzt?

Chair: Susanne Frank, Sabine Weck

Große Städte gelten als Hauptschauplätze des öko­no­mischen und sozialen Wandels im Zeitalter des ko­gni­ti­ven Kapitalismus. Sie sind Taktgeber der Wissensgesellschaft und Inkubatoren von tech­nisch­en und sozialen Innovationen. Zugleich spitzen sich dort die sozialen Konflikte und Widersprüche zu. Die enorme Attraktivität der Städte als Wirtschafts- und Wohnstandort – ersichtlich in einer dy­na­misch­en Ausweitung der lokalen Arbeitsmärkte und ei­nem starken Bevölkerungszuwachs wäh­rend der ver­gang­enen Jahre – stößt aktuell immer mehr an physische und soziale Grenzen. Die Verknappung von Bauland und preisgünstigen Wohn- und Gewerbeflächen in vie­len Stadtregionen zeugt von den Schwie­rig­keit­en, der expansiven Nachfrage nach urbaner Pro­duk­tion und urbanem Woh­nen gerecht zu wer­den. Vielerorts stoßen Vorhaben der Nachverdichtung, der Stadterweiterung und des infrastrukturellen Ausbaus auf star­ke Vorbehalte der Be­völ­ke­rung. Lange Planungsverfahren, aber auch die in vie­len Städten nach wie vor angespannte kommunale Finanzsituation erschweren den geforderten ökologischen und sozialen Stadtumbau.

In dieser Session wird den Erscheinungsformen, Ursachen und Wirkungen des urbanen Wandels sowie den sich dy­na­misch ändernden Vo­raus­set­zun­gen für raumplanerisches Handeln nachgegangen, das sich dem Ziel der Nach­hal­tig­keit verpflichtet sieht. Gesucht wer­den Beiträge, die die grundlegenden Tendenzen aktuellen urbanen Wandels bzw. die derzeitigen Mög­lich­keiten und Grenzen raumplanerischer Interventionen auf lokaler Ebe­ne diskutieren. Mögliche The­men sind:

  • Ent­wick­lung von Wohnungsmärkten und Per­spek­tiven kommunaler Boden- und Wohnungsmarktpolitik,
  • Pro­zes­se der Reurbanisierung und ihr mögliches Übergehen in eine neue Phase „post-fordistischer“ Suburbanisierung,
  • Pro­zes­se des sozialen Wandels in Städten und neue Formen sozialorientierter Stadtpolitik,
  • He­raus­for­de­run­gen schrumpfender Städte, ins­be­son­de­re mit Blick auf urbane In­fra­struk­turen,
  • Stadtumbau als Bei­trag zu Stra­te­gi­en der Klimaanpassung auf lokaler Ebe­ne – Konzepte und In­stru­men­te,
  • Kommunale Stra­te­gi­en im Umgang mit Akzeptanzdefiziten städtischer Planung und neue Gov­er­nance-Mo­del­le partizipativer, mobilisierender Planung.

Chair: Stefan Siedentop, Johann Jessen

 „Räu­me nach Co­ro­na neu denken – wird das Verhältnis von Stadt und Land neu justiert?“

Die aktuelle Dis­kus­si­on zur Raumentwicklung neigt zu Extremen: Auf der einen Seite ist von Schwarmstädten und einer neuen Aktivität der Städte, ins­be­son­de­re der Großstädte, die Rede, auf der anderen Seite prägt die Dis­kus­si­on um abgehängte Regionen – meist sind strukturschwache ländliche Räu­me gemeint – die po­li­ti­sche Aus­ei­nan­der­set­zung. Je nachdem, wer sich äußert, wohnt die Mehrheit der Deut­schen auf dem Land oder in der Stadt und ist jeweils be­nach­tei­ligt oder braucht verstärkte Auf­merk­sam­keit. Diese schlichte Gegenüberstellung von Stadt und Land ist jedoch wenig hilfreich für die Konzipierung differenzierter, nach­hal­tiger Stra­te­gi­en der Raumentwicklung.

Es ist offenkundig, dass sich Deutsch­land und Europa ins­ge­samt sehr heterogen ent­wi­ckeln – wachsenden, teilweise auch überlasteten Räumen stehen schrumpfende, oft dünner besiedelte und periphere Räu­me gegenüber. Allerdings ist keine klare Grenze zwi­schen „Stadt“ und „Land“ zu ziehen: Zu den prosperierenden Räumen gehören auch zahl­rei­che ländliche Räu­me ohne größere Städte, wäh­rend viele mittlere und größere Städte, die den in­dus­tri­el­len Strukturwandel immer noch nicht vollständig bewältigt haben, weiterhin vor großen He­raus­for­de­run­gen stehen. Nun scheint die Siedlungsstruktur durch die Co­ro­na-Pan­de­mie in „Schwing­ung­en“ zu kom­men. Gelegentlich wird in den Me­di­en schon von ei­nem „Ende der Städte“ ge­sprochen und „dem Land“ eine leuchtende Zukunft vorhergesagt. Bewirkt Co­ro­na also neue Muster der Raumentwicklung oder kehrt nach der Pan­de­mie die Normalität der be­kann­ten Raumentwicklungsmuster zu­rück?

In diesem Track sind empirische-analytische und konzeptionelle Beiträge aus Deutsch­land, aber auch aus Ländern, die be­son­ders unter der Pan­de­mie leiden, willkommen. Welche Trends der Raumentwicklung – auch unter dem Blickwinkel der Di­gi­ta­li­sie­rung – oder sich andeutende Strukturbrüche bei Be­völ­ke­rung, Arbeits­markt, Wirt­schaft, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit sowie In­fra­struk­turen in der Daseinsvorsorge las­sen sich – bei aller Vorsicht – er­ken­nen und erklären? Bei den Analysen ist auch der Aspekt der räumlich-funktionalen Arbeitsteilung mit in den Blick zu nehmen, wobei mögliche Aus­wir­kungen der Pan­de­mie eine be­son­de­re Rolle spielen sollten.

Dieser Track erwartet qua­li­fi­zier­te Beiträge aus Wis­sen­schaft und Praxis, die sich theoretisch und em­pi­risch mit diesen grundlegenden Fra­gen aus­ei­nan­der­setzen. Dabei sollte auch Bezug auf die Leitvorstellung „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ bzw. das europäische Leitbild der Territorialen Kohäsion genommen wer­den.

Es kann sowohl auf das Wirken der formellen Raumordnung als auch informeller Planungsformen sowie auf Stra­te­gi­en der Regionalentwicklung eingegangen wer­den. Dabei sollte auch be­rück­sich­tigt wer­den, wie die Akteure der Raumordnung und Raumentwicklung mit welchen Stra­te­gi­en und Maß­nahmen auf die aktuellen Ent­wick­lungen in Folge von Co­ro­na re­agie­ren. Inhaltliche Schwer­punk­te der Betrachtung kön­nen der demographische Wandel, die Wirtschaftsentwicklung, die Lebensqualität – auch unter Be­rück­sich­ti­gung subjektiver Einschätzungen -, die Aus­stat­tung mit Ein­rich­tun­gen der Daseinsvorsorge sowie der tech­nisch­en und sozialen Infrastruktur, aber auch methodische Ansätze zur Planung und Raumentwicklung sowie neu­ar­ti­ge Gov­er­nance Strukturen sein. Willkommen sind ebenso in­no­va­ti­ve Beiträge zur Methodik der Raumbeobachtung.

Chair: Rainer Danielzyk, Axel Priebs, Markus Eltges

Die derzeitige Raumentwicklung in Europa steht vor viel­fäl­ti­gen He­raus­for­de­run­gen, darunter den Pro­zes­sen des Kli­ma­wan­dels und des Übergangs der Wirt­schaft zur innovationsbasierten Wirt­schaft, ins­be­son­de­re der Ent­wick­lung der In­dus­trie 4.0. Diese Pro­zes­se haben bereits klare räum­li­che Demonstrationen er­hal­ten und wer­den in ganz Europa deutlich sichtbar sein. Der Rat der EU hat am 9. April 2019 Schlussfolgerungen ver­öf­fent­licht, in denen er sich mit der Notwendigkeit befasst, diese Ent­wick­lung in umfassenden Politiken auf ver­schie­de­nen Ebenen der Entwicklungspolitik in Europa zu berücksichtigen. Die Papiere wer­den auf diesem Track begrüßt die das The­ma des Zusammenspiels zwi­schen der Reflexion globaler Trends und lokalen / regionalen spezifischen He­raus­for­de­run­gen in umfassenden Politiken behandeln.

Chair: Karsten Zimmermann, Maros Finka

Um einen Sustainability Turn zu vollziehen, bedarf es eines grundsätzlichen Überdenkens normativer Orientierungen, In­stru­men­te und Handlungsweisen räumlichen Planens. Den etablierten Rah­men des eigenen Denkens zu verändern, erfordert auch die Perspektive zu verändern, denn die bisherigen Sichtweisen und bekannte Ansätze haben nicht zu befriedigenden Lö­sun­gen geführt. Nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg dorthin ist zu hin­ter­fra­gen.

Im Track Planungs­theorie wer­den theoriegeleitete Ansätze zur Beschreibung, Erklärung und Konzeption einer veränderten Planung für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung diskutiert. Dabei rücken veränderte raum­be­zo­gene Politiken, Akteurs- und Gov­er­nance-Arrangements ebenso in den Blickpunkt wie neue Formen der Kom­mu­ni­ka­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on. Zu­dem gilt es, die planerischen Beiträge für eine nach­hal­ti­ge Raumentwicklung planungstheoretisch zu reflektieren und dahinterliegende Wer­te und Orientierungen zu analysieren.

Willkommen sind sowohl Beiträge, die den Wandel der Planung mittels Fallstudien em­pi­risch-analytisch reflektieren und auf ein besseres Ver­ständ­nis der Planungspraxis abzielen als auch solche, die konzeptionelle Ansätze zur Wei­ter­ent­wick­lung von Planungstheorien und damit mittelbar auch Handlungsanleitungen für die Planungspraxis zum Gegenstand haben.

Mögliche The­men umfassen:

  • Legitimität und Rationalität von Planung für eine nach­hal­ti­ge Raumentwicklung
  • Neue Akteurs- und Gov­er­nance-Arrangements
  • Planerische Beiträge zur Nach­hal­tig­keit
  • Strategische Planung und Emergenz
  • Wandel von Planungs­kulturen
  • Al­ter­na­ti­ve The­o­ri­en in und von der Planung

Chair: Thorsten Wiechmann, Martin Sondermann

Nach­hal­ti­ge Verkehrsentwicklung ist ein wichtiges For­schungs- und Handlungsfeld der Raum­pla­nung und Raumforschung. Dies schließt eine große Bandbreite von The­men ein: die Verlagerung vom MIV auf aktive Mo­bi­li­tät und den ÖPNV (möglichst autofreie Multimodalität), den Klimaschutz, die Minderung von Lärm-, Schadstoffemissionen, die Teilhabe an Mo­bi­li­tät und den Zugang zu sozialen und öko­no­mischen Ak­ti­vi­tä­ten, neue Mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te in der ‚Mobility as a Service‘ (MaaS), die gerechte Ver­tei­lung von Be­las­tungen durch den Verkehr, die effiziente Abwicklung des Ver­kehrs, die Abstimmung von städtebaulichen Strukturen und Verkehrsangeboten, die Ver­bes­se­rung der Verkehrssicherheit, und viele mehr. Eine wachsende Be­deu­tung kommt in diesem Zu­sam­men­hang der zunehmenden Automatisierung und Ver­net­zung zu.

Gleichzeitig ist in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher geworden, dass die Konzepte einer nachhaltigen Ver­kehrs­po­li­tik und -planung nur punktuell er­folg­reich waren und von vie­len gegenläufigen Trends und Wirkungen begleitet wer­den – größere und schwerere Pkw, längere Fahrten, höhere Geschwindigkeiten haben die tech­nisch­en Ent­wick­lungen durch Rebound-Effekte (über)kompensiert. Kurz gesagt: Technische Lö­sun­gen haben bislang keinen Erfolg gezeitigt, weil die Mobilitätsmuster nicht-nach­hal­tiger geworden sind.

Methodisch rigorose Evaluationsstudien zu Verkehrskonzepten sind rar. Für eine nach­hal­ti­ge Verkehrsentwicklung ist deshalb ein besseres Ver­ständ­nis der Mobilitätsentwicklung von großer Be­deu­tung. Dies schließt nicht nur den Verkehr auf der lokalen (und zunehmend der regionalen) Ebe­ne ein, sondern auch den wachsenden Fernverkehr auf der interregionalen und inter­natio­nalen Ebe­ne. Diese Verflechtungen sind zudem hochgradig räumlich, ökonomisch und sozial differenziert.

Wir suchen für unseren Track Beiträge

  • die sich, basierend auf einer sys­te­ma­tisch­en Methodik, den The­men einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung in einer räumlich, sozial und/oder ökonomisch differenzierten Perspektive widmen;
  • sowohl qua­li­ta­ti­ve als auch quantitative (oder kombinierte) Ansätze sind willkommen.
  • Besonderes Au­gen­merk soll auf längsschnittorientierten Ansätzen (z.B. Trendstudien, wiederholte Querschnitte oder Panelstudien) oder Szenarien über „neue“ Ent­wick­lungen liegen, die re­le­van­te Ent­wick­lungen nachzeichnen und die je­wei­ligen raumzeitlichen Kontexte der Verkehrsentstehung beachten.

Bezogen auf die zunehmenden Ambivalenzen und Widersprüche innerhalb des Kontextes des ge­sell­schaft­li­chen und technologischen Wandels sind wir an der politisch-planerischen Steu­er­bar­keit zum einen der Ver­kehrs­po­li­tik und zum anderen des Mobilitätsverhaltens in­te­res­siert.

Chair: Christian Holz-Rau, Joachim Scheiner

Un­ter­su­chun­gen - Stra­te­gi­en - Um­set­zung - Evaluation

Grüne und blaue Infrastruktur (GI) wird zunehmend als wich­ti­ge Voraussetzung für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung von Städten und Regionen angesehen. Allerdings wird urbanes Grün und Gewässer bislang nur unzureichend im Rah­men lokaler Entscheidungsfindungsprozesse be­rück­sich­tigt, wenn es zum Bei­spiel um Ökosystemdienstleistungen geht. Auf der einen Seite be­ob­ach­ten wir eine Verschlechterung oder so­gar Zerstörung des städ­ti­schen Grüns und der Gewässer, auf der anderen Seite wird aber auch vielerorts neue grüne Infrastruktur realisiert, die auf eine Ver­bes­se­rung von Lebensqualität und Ökosystemdienstleistungen abzielen. Wir laden Forscher und Praktiker ein, zu diesem The­ma beizutragen, basierend auf ihren em­pi­rischen oder praktischen Er­fah­run­gen, die min­des­tens eines der folgenden The­men ansprechen:

  • Bewertung der Ökosystemleistungen von urbanem Grün / GI
  • Urbanes Grün / GI und Kli­ma­wan­del
  • Soziale, kulturelle und wirt­schaft­li­che Re­le­vanz von Urbanem Grün / GI
  • Neue Trends in der Ent­wick­lung von Urbanem Grün / GI
  • Planung und Steuerung von Urbanem Grün / GI
  • Partizipative Ansätze bei der Ent­wick­lung von Urbanem Grün / GI
  • Finanzielle Aspekte des Managements von Urbanem / GI
  • Urbane Flüsse - Aus­gangs­punkt für die blau-grüne Ent­wick­lung / GI
  • Siedlungswasserwirtschaft - Chancen für eine grüne Infrastruktur / GI
  • Vom Dach bis zur Straße – Blau-grüne Planungsstrategien in ver­schie­de­nen Planungsbereichen (GI)

Chair: Dietwald Gruehn, Mathias Kaiser

Die Welt im Wandel ist eine zentrale Her­aus­for­de­rung für Raum­pla­nung / -forschung. Insbesondere der Kli­ma­wan­del erfordert im Zu­sam­men­spiel mit dem demographischen Wandel die An­pas­sung und Trans­for­ma­tion städtischer Strukturen und Sys­te­me. Die Gleichzeitigkeit von Wachstum und Schrumpfung, Alterung und Heterogenisierung der Ge­sell­schaft wirken sich ebenso wie Landnutzungsveränderungen auf die Folgen des Kli­ma­wan­dels auf un­ter­schied­lichen Maßstabsebenen aus. Damit erlangt der etablierte Belang des § 1 Abs. 6 Nr. 1 BauGB („die allgemeinen An­for­de­run­gen an gesunde Wohn- und Ar­beits­ver­hält­nis­se“), der auf die Vermeidung von gesundheitsbelastenden Faktoren durch räum­li­che Planung abzielt, eine neue Be­deu­tung. Zunehmend wer­den aber auch Fra­gen nach Lebensqualitäten in urbanen und länd­li­chen Räumen aufgeworfen. Damit geht ein umfassendes Ver­ständ­nis von Ge­sund­heit einher, wie es in der Ottawa Charta der WHO (1986) festgehalten ist und das Aspekte von Gesundheitsförderung einbezieht. Für eine integrierte Betrachtung dieser He­raus­for­de­run­gen ist somit eine Ko­ope­ra­ti­on von Akteuren aus Raum­pla­nung / –forschung u. a. mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst / Public Health gefragt.

Dabei geht es zum einen um eine evidenzbasierte Planung urbaner Räu­me und zum anderen um die Etablierung neuer Kooperationsmodi und deren instrumentelle Implementation in politisches und Verwaltungshandeln im Rah­men von Transformationsprozessen. Hier spielen sowohl formelle In­stru­men­te der räumlichen Planung als auch neue informelle Ansätze eine zentrale Rolle. Sie kön­nen einen wich­ti­gen gestaltenden Bei­trag zu einer nachhaltigen Lebensqualität und sozial- und umweltbezogener Gerechtigkeit von Lebensbedingungen der Be­völ­ke­rung leisten.

Der Track soll sich dem inter- und transdisziplinären Aus­tausch zwi­schen Akteuren aus Wis­sen­schaft und Praxis dienen und aktuelle Er­kennt­nis­se zur Dis­kus­si­on stellen. Es sind Beiträge zur An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del und zur Ge­sund­heit in der räumlichen Planung willkommen. Besonders erwünscht sind dabei Ansätze, die die Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen den beiden The­men in den Fokus rücken.

Chair: Stefan Greiving, Sabine Baumgart

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

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Die Einrichtungen der Technischen Universität Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark.

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