Zum Inhalt
Laufende F-Projekte

F07 Hochwasservorsorge in betroffenen Gebieten des Landkreises Ahrweiler nach den Flutkatastrophen im Juli 2021

Be­treu­ung
Prof. Dr. Nguyen Xuan Thinh (RIM)
Mathias Schaefer, MSc (RIM)
Philip Kruse, MSc (IRPUD)

Lauf­zeit
10.2021 – 07.2022

Beschreibung

Im Juli 2021 führte ein Starkregenereignisereignis mit intensiven Niederschlagsschauern zu verheerenden Überschwemmungen mit katastrophalem Ausmaß. Besonders betroffen war der Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz, in dem innerhalb kürzester Zeit Regenmengen fielen, dass der Ahrpegelstand Schätzungen zu Folge auf sieben bis acht Meter anstieg (Schäfer et al. 2021: 2). Allein im Ahrtal wurden 134 Tote sowie 766 Verletzte gezählt (Schmid-Johannsen et al. 2021). Ebenso wurden zahlreiche Gebäude wie auch Infrastrukturen beschädigt, sodass sich allein der finanzielle Schaden auf mindestens sieben Milliarden Euro beläuft (Südwestrundfunk 2021).  

Das Ereignis hat aufgezeigt, dass Hochwasser- und Überflutungskatastrophen als ernst zu nehmende Bedrohung für Mensch und Umwelt zu sehen sind, welche sich hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Intensität durch die Folgen des Klimawandels in naher Zukunft zusätzlich verstärken können. Neben einem zuverlässigen Katastrophenschutz und Wiederaufbau bedarf es daher auch einer Verbesserung der Vorsorgemaßnahmen, um das Ausmaß zukünftiger Ereignisse präventiv zu reduzieren.

Mithilfe von mehr Retentionsflächen und einer verbesserten Bodenversickerungsfähigkeit können die Hochwasserschäden gemindert werden. Als geeignete Maßnahmen dienen hierbei die Ausweisung von Hochwasserrückhaltebecken wie auch Flächen zur Entsiegelung. Geeignete Flächen werden im Laufe der Projektforschungsarbeit im Untersuchungsgebiet der Ahr detektiert und analysiert. Da diese flächenbezogenen Handlungsempfehlungen unterschiedliche räumliche Anforderungen haben, tragen die Ausweisungen auch Konflikte durch ihre diversen Nutzungsinteressen mit sich. Wie können jedoch in einem 400 km² großen Untersuchungsraum die am besten geeigneten Flächen zeitsparend und objektiv erörtert werden?

An diese Fragestellung setzt das Forschungsprojekt F07 an. Mithilfe eines GIS-basierten Ansatzes soll eine multikriterielle Bewertung zur Prüfung geeigneter Flächen zur Verbesserung der Vorsorge aufgestellt und damit die geeigneten Flächen ermittelt werden. Das übergeordnete Ziel ist es somit Handlungsempfehlungen auszugeben, die den Hochwasser- und Überflutungsschutz verbessern. 

Hierbei wird auf Basis der Literaturrecherche ein Kriterien- und Indikatorensystem gebildet, um wichtige Faktoren zur Flächeneignung herauszufiltern. Aus den generierten Indikatoren sollen mithilfe des „Compromise Programming" (CP)-Ansatzes die Flächen mit den besten Kompromisslösungen bezüglich aller Indikatoranforderungen bestimmt werden. Die identifizierten Flächen werden im Anschluss anhand von Expert*inneninterviews, einer Ortsbegehung und Drohnenbefliegung im Untersuchungsraum überprüft. Die Exkursion ins Ahrtal im März 2022 bildet damit einen wichtigen Teil der Projektarbeit. Vorrangiges Ziel der Exkursion ist es, ortsspezifische und vorher unbekannte Informationen festzuhalten und in die Ergebnisdiskussion einzubetten.

Das anvisierte Ergebnis der Projektarbeit sind Handlungsempfehlungen in Form von Flächenausweisungen für geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Hochwasser- und Überflutungsvorsorge im Ahrtal. Die Studierenden, die an diesem Forschungsprojekt mitgewirkt haben, erlernen neue Fähigkeiten in folgenden Bereichen: 

  • Grundlagen des Hochwassermanagements und -vorsorge sowie des Überflutungsschutzes
  • Methodisches Vorgehen einer multikriteriellen Bewertungsmethode
  • Geo-Informationssysteme und 3D-GIS – Arbeiten mit ArcGIS Pro
  • Aufbereitung und Auswertung von Geodaten sowie Luft- und Satellitenbildern

Projektmarkt Plakat

 

Quellen

Schäfer, Andreas et al. (2021): Hochwasser Mitteleuropa, Juli 2021 (Deutschland): 21. Juli 2021 – Bericht Nr. 1 „Nordrhein-Westfalen & Rheinland-Pfalz”. S. 2.

Schmid-Johannsen, Johannes; Lang, Ulrich; Heiliger, Nico (2021): Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten. SWR-Datenanalye zur Flutkatastrophe an der Ahr. Verfügbar unter: www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/flut-in-ahrweiler-so-gross-ist-der-schaden-104.html [abgerufen am 6.12.2021].

Südwestrundfunk (2021): Versicherungsschäden durch Hochwasser höher als erwartet. Verfügbar unter www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/versicherungsschaeden-ahrtal-flutkatastrophe-100.html [abgerufen am 28.12.2021].

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Interaktive Karte

Die Einrichtungen der Technischen Universität Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark.

Campus Lageplan Zum Lageplan